So war es in Diepholz am 15.02.2025

Eine so starke Demo hat es in Diepholz lange nicht mehr gegeben. Aus dem gesamten Landkreis waren etwa 500 Menschen zusammengekommen, um sich für die Demokratie stark zu machen und sich gegen eine autoritäre Wende aufzustellen. Zu der Demo hatten verschiedene Gruppen und Bündnisse gegen Rechts gemeinsam aufgerufen. Dies zeigten viele der Teilnehmer*innen deutlich auf Schildern und Transparenten. Bereits beim Auftakt am Bahnhof wurde auch deutlich, dass in unserem Landkreis die Omas (und Opas) gegen Rechts inzwischen stark vertreten sind. Überall waren deren weiße Westen und Anstecker zu sehen.

Insa Bründl leitete die Veranstaltung mit vielen zum Anlass passenden Liedern ein, darunter auch „Keine/r wählt hier rechts“, ein immer populärer werdendes Demolied, dessen Refrain begeistert mitgesungen wurde.

Michael Röder von Wir sind mehr begrüßte alle Teilnehmer*innen und moderierte sowohl die Start- als auch die Abschlusskundgebung. Nach einem eindrucksvollen Redebeitrag von Pastor Gerald Meyer vom Runden Tisch Weyhe. startete der Demozug Richtung Innenstadt. Unterwegs wurde skandiert und gesungen und so die Botschaft der Demo nach außen getragen.

Vor dem Rathaus endete der Demozug und ging nahtlos in die Kundgebung über. Dank der Fördergemeinschaft stand für das Programm dort eine große Bühne zur Verfügung, auf der Heiner Rusche sofort loslegte. Mehrere Stücke, unter anderem das dem Bündnis gewidmete Lied „Bass statt Hass“ sorgten dafür, dass die Füße trotz Minusgraden warm blieben.

Zwischen den Liedern gab es weitere Redebeiträge. Drei junge Geflüchtete, die alle bereits über 10 Jahre hier leben und die deutsche Staatsangehörigkeit besitzen, erzählten in ihren Statements von ihren Fluchtgründen, ihren Fluchtgeschichten, ihren bisherigen Erlebnissen hier und forderten alle Anwesenden auf, am 23. Februar zur Wahl zu gehen und für demokratische Parteien zu stimmen. Die Angst davor, was ihnen die Zukunft bringen könnte, falls hier Parteien an die Macht kämen, die gerade lautstark Abschiebungen fordern, war ihnen deutlich anzumerken.

Günther Schwarz aus Weyhe, der lange Jahre in England gelebt hat, zeigte auf, was passiert, wenn sich ein Land aus der EU zurückzieht. Die Verschlechterungen erstrecken sich auf viele unterschiedliche Bereiche: Preissteigerungen, fehlende Arbeitskräfte, Mängel im Gesundheitssystem und viel mehr. Eine Blaupause für den von der AfD favorisierten Dexit.

Danach informierte Erika Schneider über bekannte und nicht so bekannte Aktivitäten des AfD-Bundestagskandidaten und begründete damit die Forderung des Bündnisses: Kein gemeinsames Podium mit Andreas Iloff!

Den Abschluss bildete dann die Rede des Kreisschülersprechers Robin Heimbucher, der vor allem auf die Erklärung des Kreisschülerrats und von 35 anderen niedersächsischen Kreisschülerräten zur Nichtzusammenarbeit mit der AfD hinwies und bat darum, diese Erklärung zu verbreiten. Da wir diese Erklärung bereits veröffentlicht haben, geht das Verbreiten eigentlich sehr einfach.

Schilder und Transparente machen Demos bunt und bringen zum Ausdruck, was Menschen fühlen und denken. Ein Grund für uns, sie noch mal gesondert festzuhalten.

Unser Dank gilt allen Teilnehmer*innen und dem Orgateam.