Wir sind mehr
Bündnis Diepholz

Offener Brief an die DEHOGA



Sehr geehrter Herr Nordloh, sehr geehrte Damen und Herren!
Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA) Bremen hat vor einigen Jahren in Zusammenarbeit mit der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) sowie der Beratungsstelle „Pro aktiv gegen Rechts. Mobile Beratung Bremen und Bremerhaven“ eine Broschüre herausgebracht mit dem Titel: „RechtsextremistInnen nicht auf den Leim gehen. Ein Ratgeber für die Gastronomie“. In diesem Ratgeber heißt es u.a.: „Wir empfehlen … deutlich zu machen, dass Versammlungen in den Mieträumen keine rechtsextremen, rassistischen und antisemitischen Inhalte haben dürfen und dass Angriffe auf die Menschenwürde nicht geduldet werden. Positionieren sie sich! Gerade in der Hotellerie treffen Menschen unterschiedlicher Herkunft, Hautfarben, Religionen und Kulturen zusammen – seien es Gäste oder MitarbeiterInnen.“  

Dieser Empfehlung können wir von „Wir sind mehr – Bündnis Diepholz“ nur zustimmen. Deshalb möchten wir mit unserem Brief unserer Verwunderung darüber Ausdruck geben, dass der Wirteball 2019 ausgerechnet im „Dillertal“ stattfindet. Im „Dillertal“ und auch in anderen Lokalitäten von Wirt Heiner Bomhoff hat die AfD in den letzten Jahren zahlreiche regionale und überregionale Veranstaltungen durchgeführt, zuletzt am 8.12.2018 eine überregionale Weihnachtsfeier  von „Pegasus Germanus“ des rechten Flügels in der AfD Niedersachsen. Eingeladen zu dieser Weihnachtsfeier hatte der AfD-Kreisvorsitzende Andreas Iloff, der seit über 20 Jahren in der rechten Szene aktiv ist und auch aktuell noch vom Verfassungsschutz beobachtet wird. Die Kreiszeitung hat darüber mehrfach und ausführlich berichtet. Unter den Gästen der Weihnachtsfeier befanden sich auch noch andere Personen, die sich in der Vergangenheit oder aktuell im rechtsextremen Milieu zu Hause fühlen. Ausführlichere Hintergrundinformationen dazu sind hier zu finden: https://recherchenord.com/gallery/2018.12.08.html. 
In unserem Bündnisaufruf, den schon viele Menschen im Landkreis Diepholz unterzeichnet haben, treten wir in unserem regionalen Umfeld und in unserem Land für eine offene und solidarische Gesellschaft ein, in der Menschenrechte unteilbar, in der vielfältige und selbstbestimmte Lebensentwürfe und soziale Gerechtigkeit selbstverständlich sind.            Wir stellen uns offensiv gegen jegliche Form von Diskriminierung, Hetze und gegen den voranschreitenden Rechtsruck. Wir wenden uns aktiv gegen all die Organisationen und Gruppierungen im Landkreis, die für nationalen Egoismus und völkisches Deutschtum verantwortlich sind. Wir stehen in unserem sozialen Umfeld ein für Solidarität und Menschlichkeit, stehen ein für gelingende Integration, für Neugier, Freundschaft und gelebte Demokratie. 
All das steht den Zielen und Aktivitäten der AfD diametral gegenüber. Daher möchten wir Sie bitten uns bei der Erreichung unseres Zieles zu unterstützen, im Landkreis Diepholz in Zukunft keine Räume für Veranstaltungen der AfD mehr bereitzustellen.                                                                       
Mit freundlichen Grüßen,   
„Wir sind mehr - Bündnis Diepholz“